Navigationsmenüs (Musterschule)

Pressemeldung

Zurück

26. Januar 2017

Schach in vollen Zügen genießen

Kristina Lücke aus Wilhelmshaven spielt erfolgreich Turniere

Kristina Lücke aus Wilhelmshaven spielt seit fünf Jahren Schach. WZ-FOTO:LÜBBE

Kristina Lücke spielt leidenschaftlich gerne Schach, springt von einem Turnier zum nächsten – und das inzwischen sehr erfolgreich im Wilhelmshavener Schach-Club von 1887. In der nächsten Woche wird die 15-jährige Schülerin der Cäcilienschule am landesweiten Schnellschachturnier der Jugendserie teilnehmen, das erstmals in Wilhelmshaven ausgetragen wird.

VON STEPHAN GIESERS

Spanische Eröffnung, geschlossene Verteidigung. Jetzt will jeder Zug ganz genau überlegt sein. Wenn Kristina Lücke am Schachbrett sitzt, herrscht deshalb äußerste Konzentration. Schließlich will sie in keine Falle tappen, sondern am Ende ihren Gegner schachmatt setzen.

Das gelingt der 15-jährigen Wilhelmshavenerin aber schon sehr gut – zuletzt zum Beispiel bei den Landeseinzelmeisterschaften in Verden. Dort belegte sie nach sieben Runden im C-Open den ersten Platz unter 67 Teilnehmern. Im anschließenden Schnellschachturnier der besten Damen aus allen Turnieren zur Ermittlung der Landesmeisterin kam Lücke auf den dritten Platz – und fügte der späteren Siegerin die einzige Niederlage zu.

Zurzeit geht es Zug um Zug: Am Mittwoch noch saß die Schülerin am Schachbrett im Bürgerhaus Schortens, dort wurde das Finale im Schulschach des Oldenburger Bezirks ausgetragen. Kristina war mit dem Team der Cäcilienschule mit von der Partie. Und am kommenden Montag beginnt dann im Neuen Gymnasium Wilhelmshaven ein Schachturnier der Jugendserie des Niedersächsischen Schachbundes – das wird erstmals in Wilhelmshaven ausgetragen. Kristinas Verein, der Wilhelmshavener Schachclub von 1887 (WSC), organisiert das Turnier vor Ort.

„Klar muss man dafür auch trainieren“, erklärt Kristina, die nun seit fünf Jahren intensiv Schachsport betreibt. Auf strategisches Denken und die richtige Taktik komme es an. Und auf die Fähigkeit, die Züge des Gegners möglichst vorauszusehen. „Das macht Schach so spannend“, sagt die 15-Jährige.

Zu Hause sitzt Kristina jeden Montag für anderthalb Stunden am Computer, um mit einem Online-Schachbrett Aufgaben zu lösen, die sie von ihrem Bezirkstrainer bekommt. Dienstagnachmittags geht sie regelmäßig zum Mitgliedertreff der Spar & Bau an der Borkumstraße in Heppens. Dann veranstaltet der WSC ein „Schach für Jedermann“. Dort findet Kristina nicht nur Übungsgegner: Inzwischen unterstützt die 15-Jährige den Vereinsnachwuchs, gibt Tipps und verteilt als Trainerin selbst Aufgaben an Anfänger. So werden sie zum Beispiel auf die entsprechenden Prüfungen für das Bauern-, Turm- und Königsdiplom vorbereitet. Tipps gibt sie zum Beispiel Keno, der Achtjährige ist jüngstes Mitglied im WSC und war ebenfalls bei den Landeseinzelmeisterschaften in Verden dabei.

Im Vordergrund stehe für sie aber immer der Spaß am Denksport, sagt Kristina, die zudem Basketball in einem Verein spielt und intensiv Tanzsport betreibt. Entsprechend voll ist ihr Terminkalender, und oft bleibe da nur noch wenig Zeit für Schach. Zum Schachsport ist Kristina über ihre drei Jahre ältere Schwester gekommen. „Ich habe sie sehr oft zu Turnieren begleitet“, erinnert sich die 15-Jährige. Dann habe sie irgendwann selbst erste Jugendserien gespielt, viele neue Freunde kennengelernt – und als die Schwester aus Zeitgründen nicht mehr regelmäßig spielen konnte, hat Kristina einfach damit weiter gemacht. Dass die beiden heute gegeneinander spielen, kommt allerdings sehr selten vor. „Meine Schwester kann so schlecht verlieren“, sagt Kristina und lacht.

Ihre Gegner in Turnieren setzt Kristina ohnehin viel lieber schachmatt. Das aber könne zuweilen ganz schön lange dauern und anstrengend sein. Oft gehen Turniere über mehrere Tage. Und eine Partie könne schon mal mehrere Stunden dauern.

Ziele für die Zukunft hat Kristina ebenfalls. „Ich möchte bei der nächsten Landesmeisterschaft das beste Mädchen werden.“ Jetzt freut sie sich aber erst einmal auf das Jugendserien-Turnier in Wilhelmshaven – für Kristina also ein Heimspiel.

Wilhelmshavener Zeitung 26.01.2017