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01. Dezember 2018

Schulausflug in die Stratosphäre

„Stratofische“ der Cäcilienschule wollen Radioaktivität untersuchen

Foto: Stratofische

Nach einem Patzer glückte der Start dann doch noch: Ein Forschungsballon der Cäcilienschule flog in die Stratosphäre, die Box mit Messtechnik landete nahe Visselhövende.

WILHELMSHAVEN. Geschafft. Die Styroporbox samt Messtechnik ist wieder gelandet. Mitten auf einem freien Feld in der Nähe von Visselhövede am Rande der Lüneburger Heide. Sie ist im berechneten Gebiet an ihrem Fallschirm runtergekommen. Eleichterung bei den Nachwuchsforschern: Wathose und lange Metallstangen für die Bergung können im Kofferraum bleiben.

Die Box haben Schüler der Cäcilienschule und ihr Projektteam an einem mit Heliumgemisch gefüllten Ballon bis in die Stratosphäre befördert. „Stratofische nennen sie sich und haben ein entsprechendes Maskottchen sowie Teddys von ihrem Lehrer mit auf den Höhenflug geschickt. weit oben sollten die Messgeräte aufzeichnen, wie hoch die Strahlenbelastung ist. „Die Schüler müssen nun noch die Ergebnisse auswerten“, sagt die Mutter von Frederik Georgius kurz nach Auffinden der Box. Ihr Sohn ist einer der Schüler, die sich mit dem Projekt bei „Jugend forscht“ bewerben (die WZ berichtete). Im vergangenen Jahr war er schon dabei, als die Schule den ersten Ballon steigen ließ – als Beitrag im Wettbewerb der Universität München in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrttechnik (DLR).

Jetzt soll es noch höher hinausgehen. Der verpatzte Start am Morgen in Wilhelmshaven ist schnell vergessen, als die „Stratofische“ ihre Kiste in Sicherheit wissen – und mit ihr den langen Heimweg antreten können. Denn beim ersten Start war die Befestigung gerissen und die Messtechnik am Boden in Wilhelmshaven geblieben. Zum Glück hatte die Gruppe einen Ersatzballon parat.

Für die Projektgruppe der Cäcilienschule und ihre Helfer hat die Mission früh am Morgen begonnen. Um acht Uhr stehen sie schon auf dem Gelände des Banter-See-Parks, füllen den Ballon mit 6000 Litern Helium-Gasgemisch – und das bei eisiger Kälte. „Der Ballon kann es bis zu 30 000 Meter Höhe schaffen – dreimal so hoch wie ein Verkehrsflugzeug“, erzählt der betreuende Lehrer Thomas Eber­hardt und pustet Nebel in die kalte Morgenluft. Am Vormittag ist dann endlich alles bereit und Unterstützung in Sicht. Einige Klassen der Cäcilienschule haben sich auf den Weg zum Startfeld gemacht, feuern ihre Mitschüler an – und zählen den Countdown runter. Dann der Patzer mit der Schnur und lange Gesichter. Dass es beim nächsten Anlauf mit dem Ersatzballon doch noch klappt, sei auf den tollen Teamgeist zurückzuführen, freut sich Eberhardt und bedankt sich zudem bei Alexander Smolko und Pascal Solmaz vom DLR in Bremen. Sie unterstützen die Schüler mit Ortungstechnik und bei der Suche nach der Box.

Als der zweite Ballon startet, sind die Mitschüler schon wieder in ihren Klassen. Aber die Ergebnisse der Forschungsreise werden sie an der Cäcilienschule sicherlich als Erste erfahren.

 

Wilhelmshavener Zeitung, 01.12.18